
Straßen
Mehr Investitionen in die Infrastruktur hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Hans-Peter Keitel angemahnt. „Unsere Infrastruktur ist stark renovierungsbedürftig. Es gibt in Westeuropa bald kein Land mit schlechteren Straßen als Deutschland”, sagte Keitel dem „Handelsblatt”. Zudem lasse sich die Binnenkonjunktur nicht über den Konsum, sondern nur über zusätzliche Investitionen ankurbeln. „Die schaffen Arbeitsplätze – und damit auch zusätzliche Konsumnachfrage.”
Nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete habe der Bund im kommenden Jahr nicht mehr 12 Milliarden Euro für Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege zur Verfügung, sondern nur noch 9,75 Milliarden, schreibt die Zeitung. Viele Experten hielten den Betrag von 12 Milliarden Euro jedoch für die absolute Untergrenze.
Angesichts der Haushaltslage plädierte Keitel für einen Systemwechsel. „Wir müssen uns stärker auf das Potenzial privat finanzierter Infrastruktur konzentrieren”, sagte er. Spanier, Italiener und Franzosen machten vor, wie man Autobahnnetze privat betreibt. „Kein industrialisiertes Land ist in dieser Frage so rückständig wie wir”, sagte der BDI-Präsident.

Highway Hero
Es waren nur wenige Augenblicke, die im März dieses Jahres über das Schicksal eines Autofahrers auf der A6 entschieden. Mit seinem Renault war er in der Nacht auf einen Sattelzug aufgefahren und quer auf der Fahrbahnmitte zum Stehen gekommen. Im nachfolgenden Verkehr bemerkte Berufskraftfahrer Stefan Rabenstein aus Windsbach den Unfall trotz schlechter Sichtverhältnisse noch rechtzeitig und schirmte die Gefahrenstelle mit seinem Auflieger ab. So war es wohl nur dem schnellen Eingreifen des 44-jährigen zu verdanken, dass es in dieser Nacht nicht zu einer katastrophalen Karambolage mit Schwerletzten oder gar Toten kam. Als Anerkennung für seinen Einsatz haben Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) Stefan Rabenstein nun zum „Highway Hero“ des Monats Juni gekürt. Im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion werden das ganze Jahr über Menschen ausgezeichnet, die besonnen, mutig und selbstlos andere Verkehrsteilnehmer vor Schaden bewahrt und so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt haben. Mehr…
Staus aufgrund von Behinderungen durch Autobahnbaustellen bleiben vorerst an der Tagesordnung. Obwohl die Zahl der Autobahnbaustellen in den vergangenen drei Wochen (Stichtag: 18. Mai) von 498 um 52 auf 446 gesunken ist, kann von einer Entspannung keine Rede sein. Wie der ACE Auto Club Europa am Dienstag in Stuttgart weiter berichtete, werden derzeit auf einer Gesamtstrecke von mehr als 1704 Kilometern die Fahrbahnen erneuert und ausgebaut. Das sind nur 17 Streckenkilometer weniger als Mitte des vergangenen Monats. Der Anteil von Baustellen am gesamten Autobahnnetz beträgt laut ACE 7,03 Prozent (Mitte Mai: 7, 10 Prozent). Im rechnerischen Schnitt ist eine Baustelle derzeit rund 3,5 km lang. Mehr…
Weniger Baustellen, aber trotzdem wenig Entspannung für die Fahrer: So bewertet der Auto Club Europa (ACE) die jüngste Entwicklung bei den Baumaßnahmen auf den deutschen Autobahnen.
Nach Angaben des Clubs in Stuttgart hat sich seit Mitte Mai die Baustellenzahl von 498 auf 446 reduziert. Zugleich ging die Zahl der betroffenen Streckenkilometer nur leicht von 1721 auf 1704 zurück. Damit wird auf 7,03 Prozent des Autobahnnetzes gearbeitet.

Die durchschnittliche Baustelle ist rund 3,5 Kilometer lang. Am stärksten betroffen bleibt die 94 Kilometer lange A 40 im Ruhrgebiet, wo auf 75 Prozent der Streckenlänge gearbeitet wird. In der Erhebung berücksichtigt sind Baustellen, die für mindestens acht Tage eingerichtet worden sind. Der ACE rät Fahrern dazu, Tempolimits in Baustellenbereichen in jedem Fall einzuhalten.

Straßengüterverkehr
Die Experten schöpfen Hoffnung: In den nächsten sechs Monaten sollen Transportaufkommen und -preise in den meisten Bereichen wieder steigen.
Dies ist das Ergebnis des aktuellen Transportmarktbarometers von Progtrans und ZEW zum 2. Quartal 2010. Demnach hegt die Mehrheit der 300 befragten Experten die größten Hoffnungen hinsichtlich des Transportaufkommens für die Bereiche Luft- und Seefracht, vor allem in Richtung Asien/Pazifik. Aber auch für den Straßengüterverkehr, die KEP-Diensten und den Kombinierten Verkehr sind die Befragten zuversichtlich, wenn auch etwas verhaltener:
Transportmenge wächst um fünf Prozent
Für den Straßengüterverkehr erwarten sie im nächsten halben Jahr einen Anstieg der Transportmengen um ein bis fünf Prozent. Laut dem Barometer zeige der Anstieg der Lkw-Fahrleistungen in den ersten vier Monaten des Jahres 2010 eine Verbesserung um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Befragt nach der Preisentwicklung haben demnach der Straßengüterverkehr sowie Luft- und Seefracht die besten Chancen, in den nächsten Monaten wieder besser bezahlt zu werden. Demnach rechnen rund 70 Prozent der Experten mit einem Preisanstieg für Lkw-Transporte – vor allem im inländischen Fern- sowie im Westeuropaverkehr, schwächer auch für den Osteuropaverkehr. Im Nahverkehr fällt die Einschätzung für die Entwicklung von Transportaufkommen und Transportpreis flacher aus.

Fahrverbot
Ab 1. Juli und bis einschließlich 31. August dieses Jahres dürfen Lkw über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht zwischen sieben und 20 Uhr in Deutschland ergänzend zum Sonntagsfahrverbot auch samstags nicht bewegt werden. Ausgenommen vom Fahrverbot sind lediglich Fahrzeuge mit verderblicher Ware an Bord und der kombinierte Güterverkehr „Schiene-Schiene“ oder „Hafen-Straße“. Das Verbot gilt auf fast allen stark frequentierten deutschen Autobahnenstrecken wie der A1, A2, A3, A4, A5, A6, A7, A8, A9, A10, A45, A61, A81, A92, A93, A99, A215, A831, A980 und A 995.
Das in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) festgelegte Lkw-Fahrverbot wurde 1970 eingeführt und gilt an Sonn- und Feiertagen sowie in der Hauptferienzeit im Sommer. Gründe für die Einführung waren damals der Wunsch nach besserem Lärm- und Umweltschutz, heute geht es dagegen eher um die Vermeidung von Staus.
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